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Dynamische Stromtarife ausführlich erklärt

Übersicht

In der letzten Zeit liest und hört man immer wieder den Begriff “dynamischer Strompreis”. Außerdem kann jeder Stromanbieter seit Beginn des Jahres 2025 einen dynamischen Strompreis anbieten. Aus diesem Grund stellt sich immer öfter die Frage: “Was ist ein dynamischer Strompreis?” oder “Woran erkennt man einen dynamischen Strompreis?”. 

 

Im folgenden Beitrag wird auf den dynamischen Strompreis eingegangen und Fragen beantwortet. Außerdem werden wissenswerte Informationen sowie die Vor- und Nachteile aufgezeigt. 

 

Was ist ein dynamischer Stromtarif?

 

Wird mit dem Stromanbieter ein Vertrag über das Beziehen von Strom angeschlossen, wird ein fixer Grundpreis in Euro jährlich vereinbart. Auch der im Vertrag festgelegte Arbeitspreis wird in Cent/Kilowattstunde festgelegt. Aus diesem Grund wird diese Variante als fester Stromtarif bezeichnet. Bisher hat fast jeder Stromkunde diesen Standardtarif genutzt. 

 

Bei dem dynamischen Stromtarif gibt es keinen fixen Arbeitspreis. Der Arbeitspreis ist in diesem Fall mit den Großhandelspreisen des “EPEX Spot Markt” verbunden. Der Spotmarkt ist der Ort, an dem der Stromtarif gehandelt wird. Gehandelt wird hier entweder kurze Zeit (einige Stunden), bevor Strom benötigt wird, oder einen Tag, bevor der Strom ausgeliefert wird. 

 

Der dynamische Stromtarif ist zusätzlich an den Day-Ahead-Markt gebunden. Der Day-Ahead-Markt ist ein Teilbereich des Spot-Markts. Im Day-Ahead-Markt werden die Preise für Strom gehandelt, die sich stündlich ändern können. Der Strom, um den es sich hier handelt, wird zum Beispiel heute gehandelt und morgen erst an den Verbraucher geliefert. 

 

Daraus folgt, dass ein Stromanbieter einen Tag, bevor er den Strom liefert, den Strompreis erfährt und bekannt gibt. Für einen Strombezieher bedeutet das, dass sich der Stromtarif stündlich ändern kann und jeder Tag ein anderer Stromtarif ausgewiesen wird. Der Großteil der Stromanbieter veröffentlicht den Börsenpreis für Strom in der Mittagszeit auf der eigenen Webseite oder auf der zugehörigen App. Der dynamische Stromtarif ist im Energiewirtschaftsgesetz unter Paragraph 3 Nummer 31d definiert. 

 

Wann lohnt sich ein dynamischer Stromtarif?

 

Der dynamische Stromtarif bietet einem Stromkunden die Möglichkeit, die bisherigen Stromkosten enorm zu senken. Bevor man sich jedoch dazu entschließt den dynamischen Stromtarife zu wählen, sollte man den bisherigen Strompreis bzw. den Stromverbrauch genau überprüfen. Dabei ist auch zu überprüfen, wie viele Großverbraucher im eigenen Haushalt bestehen und ob diese flexibel genutzt werden können. Diese Stromverbraucher sollten unbedingt flexibel mittels smarter Technologie steuerbar sein. 

 

Befindet sich zum Beispiel im Haushalt eine Wärmepumpe, ist das ein Großverbraucher. Besitzt die Wärmepumpe ein intelligentes Managementsystem, kann durch den dynamischen Stromtarif einiges an Geld gespart werden. Durch das intelligente Managementsystem kann festgelegt werden, dass während der Nacht Warmwasser aufbereitet wird, das dann früh morgens zur Verfügung steht. 

 

In diesem Beispiel ist der Strompreis nachts sehr günstig. Die Wärmepumpe wird durch das intelligente Managementsystem nachts aufgefordert Warmwasser herzustellen. Nutzt man Großverbraucher nur zu dem Zeitpunkt, an dem der Stromtarif sehr niedrig ist, kann man die Stromkosten enorm reduzieren. 

 

Hat man keine Möglichkeit, die Stromverbraucher flexibel zu steuern, muss man genau überlegen, ob der dynamische Stromtarif wirklich eine gute Wahl ist. Ohne die flexible Steuerung der Geräte kann es dazu kommen, dass die Stromkosten steigen und nicht reduziert werden. Es ist außerdem notwendig, mit dem dynamischen Stromtarif einen Energie-Manager zu nutzen. Der Stromverbrauch kann nur mit ausreichend Zeit und einem sehr guten Wissen manuell gesteuert werden. 

 

Müssen Voraussetzungen erfüllt werden, um den dynamischen Stromtarif nutzen zu können?

 

Jeder Stromkunde kann im Grunde genommen den dynamischen Stromtarif nutzen. Damit der dynamische Stromtarif genutzt werden kann, muss ein Smart-Meter, eine moderne Messeinrichtung, bereits vorhanden sein. Eine moderne Messeinrichtung bzw. ein Smart-Meter ist ein digitaler Stromzähler. 

 

Hinweis: Die modernen Messeinrichtungen werden seit Beginn des Jahres 2020 im gesamten Bundesgebiet gegen die alten Stromzähler kostenlos ausgetauscht. Es ist geplant, dass bis zum Jahr 2032 alle deutschen Stromzähler gegen moderne Messeinrichtungen ersetzt werden. Seit dem Jahr 2023 besteht die Möglichkeit, einen Tausch vorzeitig durchführen zu lassen. Bei einem vorzeitigen Tausch wird aber eine Gebühr von rund 30,-€ fällig. 

 

Bis jetzt sind aber drei Verbrauchergruppen verpflichtet, bereits ein modernes Messsystem zu besitzen. 

 

Dazu zählen: 

 

  • alle Haushalte, die mehr als 6000 kWh Strom pro Jahr benötigen 
  • alle Haushalte, die eine steuerbare Verbrauchseinrichtung besitzen die im Paragraph 14a EnWG genannt ist (eine Wallbox oder eine Wärmepumpe ist so eine Verbrauchseinrichtung)
  • alle Haushalte, die eine stromerzeugende Anlage besitze,n die mehr als 2 kW Nennleistung besitzt

 

Tipp: Jeder Stromkunde darf eine moderne Messeinrichtung beantragen, damit der alte Stromzähler ausgetauscht wird. Der vorzeitige Austausch muss selbst bezahlt werden und die Kosten dafür sind rund 30,-€. 

 

(Die Daten stammen aus dem Gesetzesentwurf zur Änderung des Energiewirtschaftsrecht für die Endkundenmärkte, dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz vom 26.11.2024 und der Netzregulierung sowie des Netzausbaus)

 

Die Vor- und Nachteile des dynamischen Stromtarif

 

Der dynamische Stromtarif ist sehr transparent, wodurch einem Stromkunden sicherlich sofort die Vorteile auffallen. Fällt der Börsenpreis zum Beispiel, kann man als Stromkunde von dem günstigen Preis profitieren. Derzeit schwanken die Stromtarife durch die stetig steigende Zahl der regenerativen Stromkraftwerke, wie zum Beispiel PV-Anlagen, sehr. Die Preisschwankungen werden in den nächsten Jahren sicherlich stärker werden. Stromkunden können durch diese Schwankungen enorm viel Geld sparen. Durch die hohe Transparenz können auch Personen, die keine Ahnung von der Börse und ihrer Tätigkeit haben, die Gewinnspanne des Stromanbieters deutlich erkennen. Im Normalfall ist die Gewinnspanne bei einem Standardtarif für den Stromkunden nicht zu sehen. 

 

Der dynamische Stromtarif hat aber auch Nachteile. Nutzt man den dynamischen Stromtarif besteht das Risiko, dass der dynamische Stromtarif höher liegt als der Standardtarif. Generell kann jedoch gesagt werden, dass der dynamische Stromtarif immer wieder deutlich unter dem Standardtarif liegt. Das Strompreisrisiko liegt dadurch immer beim Stromkunden. Der Stromanbieter fängt die Preissteigerung nicht ab, wie es bei dem Standardtarif  der Fall ist. Damit das Risiko vermieden werden kann, ist es wichtig, ein gewisses Verständnis für die komplexe Tarifgestaltung zu besitzen. Das bedeutet, es muss viel Zeit für das Planen und Analysieren gespendet werden, damit man als privater Stromkunde den dynamischen Stromtarif richtig nutzen kann. Eine große Hilfe ist hier ein Home Energy Management System. Das Managementsystem  steuert automatisch die Großverbraucher und lässt diese Arbeiten, wenn der Strom sehr billig ist.