Schon vor dem Kauf der PV Anlage überlegte man, wie lange es dauern wird, bis sich die Investition amortisieren wird. Dieser Zeitraum kann berechnet werden, wenn man die gesamten Kosten kennt. Im folgenden Beitrag wird die Amortisation kurz erklärt und die Berechnung der Amortisationszeit erklärt. Außerdem wird erklärt, wie man den Zeitraum der Amortisation verkürzen kann.
Was ist die Amortisation der PV Anlage?
In dem Moment, wo ein gekaufter Gegenstand die Kosten, die er verursacht hat, wieder deckt, hat er sich amortisiert. In diesem Fall sind das die gesamten Kosten einer PV Anlage. Die Amortisation ist dadurch der Zeitraum, bis die Kosten von der PV Anlage wieder zurückgebracht worden sind. Zurück bringt die PV Anlage übrigens die Ersparnis der Kosten für den Strom aus dem öffentlichen Stromnetz.
Bei der Amortisation der PV Anlage darf aber nicht auf die weiteren Kosten für die Wartung oder Versicherung vergessen werden. Die Betriebskosten werden bei der Amortisationszeit mit eingerechnet.
Was wird für die Berechnung der Amortisation PV Anlage herangezogen?
Für die Amortisation ist zuerst der Betrag für den Kauf und die Installation der PV Anlage wichtig. Das bedeutet, die komplette PV Anlage, die Montage, die Installation und die Inbetriebnahme. Ein Wechselrichter oder ein intelligentes Managementsystem muss aber auch eingerechnet werden.
Wird ein Batteriespeicher integriert oder eine Wallbox angeschlossen, kommen die Kosten ebenfalls dazu. Die Amortisation wird aber auch durch die Größe der PV Anlage beeinflusst. Möchte man vor dem Kauf die Amortisation berechnen, muss die Leistung der PV Anlage berücksichtigt werden. Die folgenden Faktoren beeinflussen die Amortisation zusätzlich.
Die zusätzlichen Investitionen
Wie schon vorher erwähnt, erhöhen eine Wallbox oder ein Batteriespeicher die Kosten einer PV Anlage. Durch diese Kosten verlängert sich automatisch die Amortisation. Trotzdem muss berücksichtigt werden, dass eine zusätzliche Investition in einen Batteriespeicher dazu führt, dass man weniger bei der Stromrechnung bezahlen muss.
Die Wartung der PV Anlage
Damit die Amortisation der PV Anlage ausgerechnet werden kann, müssen auch die Wartungskosten berücksichtigt werden. Wird die Amortisation berechnet, dann wird grundsätzlich von einem Betrag von rund 200,-€ im Jahr ausgegangen.
Die Einnahmen durch die PV Anlage
Mit dem selbst erzeugten Strom kann man Geld verdienen. Das Geld erhält man entweder durch die Einspeisevergütung oder, wenn man den Strom direkt vermarktet. Außerdem wird die Ersparnis bei der Berechnung der Amortisation als Einnahme gewertet.
Dabei muss man aber beachten, dass nur der echte Stromverbrauch vom eigenen Solarstrom eine Kostenersparnis bringt. Bei einer durchschnittlichen Anlage wird dabei von rund 40 Prozent ausgegangen. Erst mit einem Batteriespeicher kann man den eigenen Stromverbrauch auf bis zu 80 Prozent erhöhen.
Durch die laufenden Stromkosten kann man die Kosten für den Solarstrom dadurch jedes Jahr um rund 3 Prozent erhöhen.
Die Versicherung der PV Anlage
Durch die PV Anlagenversicherung entstehen auch laufende Kosten, die die Amortisation beeinflussen. Dadurch muss die Versicherung bei der Berechnung der Amortisationszeit eingeschlossen werden. Die Versicherung ist eine lohnende Investition. Sie schützt vor Ausgaben, die durch unvorhergesehene Ereignisse entstehen.
Weitere Faktoren die die Amortisation beeinflussen
Es gibt aber noch andere Faktoren, die eine Amortisation beeinflussen. Dazu zählen zum Beispiel:
- die Einstrahlung der Sonne
- der PV Anlagenstandort
- die genutzten Förderungen
- die Vorteile im steuerlichen Bereich
Die Berechnung der Amortisation der PV Anlage
Für die Berechnung der Amortisation kann man die folgende Formel benutzen:
Die gesamten Investitionskosten werden geteilt durch die Einnahmen die jährlich erhalten werden = das Ergebnis ist die Amortisationszeit
Die gesamten Investitionskosten enthalten auf jeden Fall die Kosten der Wartung und der Versicherung. Bei den Einnahmen werden die Kostenersparnis beim Strom und die Einspeisevergütung zusammengezählt.
Wodurch kann man die Amortisation verkürzen?
Verkürzen kann man für Amortisation durch einen höheren Eigenverbrauch. Durch den höheren Eigenverbrauch werden die Stromkosten weniger. Damit die Amortisation kürzer wird, muss also der Eigenverbrauch erhöht werden.
Damit der Eigenverbrauch erhöht werden kann, muss der Solarstrom dann genutzt werden, wenn sehr viel produziert wird. Dazu können zum Beispiel Geräte, die sehr viel Strom benötigen, zu dieser Zeit verwendet werden. Zünden Geräten zählen die Waschmaschine, der Geschirrspüler, der Wäschetrockner und einige mehr.
Die modernen Geräte verfügen bereits über die Smart- Technologie oder können vorprogrammiert werden. Dadurch wird es möglich, diese Geräte zu nutzen, wenn zum Beispiel mittags sehr viel Strom produziert wird. Durch die intelligente Technologie kann das auch gemacht werden, wenn man nicht zu Hause ist. Der Eigenverbrauch wird dadurch enorm erhöht.
Die PV Anlage sollte für eine kürzere Amortisation in der richtigen Größe gewählt werden. Eine zu große oder zu kleine PV Anlage produziert entweder zu viel Strom oder zu wenig. Erzeugt man zu viel Strom, kann der Eigenverbrauch nicht ausreichend erhöht werden. Erzeugt man zu wenig Strom, dann benötigt man vielleicht zu viel Strom aus dem Stromnetz. Dadurch steigt die Stromrechnung, obwohl man eine PV Anlage besitzt.
Ein Beispiel für die Berechnung der Amortisation der PV Anlage
Bei diesem Beispiel für die Berechnung der Amortisation wird eine 5 kWp Anlage angenommen, die keinen Batteriespeicher besitzt.
Die Kostenersparnis beim Strom
Die Kostenersparnis wird aus dem Eigenverbrauch berechnet, der mit den Stromkosten pro kWh multipliziert wird. Im Beispiel 0,42 Cent pro kWh.
Rechenbeispiel:
Bei der angenommenen Anlage mit 5 kWp wird ein Eigenverbrauch von 30 Prozent erreicht. In kWh rund 1.275. die Kostenersparnis ist hier 1275 × 0,42 = 535,50 €
Die Einspeisevergütung im Jahr
Berechnet wird der eingespeiste Strom mal der dafür erhaltene Einspeisevergütung.
Rechenbeispiel:
Bei der Beispielanlage ohne Speicher werden rund 2975 kWh oder rund 70 Prozent Strom eingespeist. Pro kWh erhält man circa 0,080 € pro kWh Strom. Multipliziert man die Einspeisevergütung mit den eingespeisten kWh Stunden Strom ergibt das 238,30 Euro.
Die Ersparnis in einem Jahr
Die Ersparnis eines Jahres ist das Ergebnis aus den Einnahmen der Einspeisevergütung und der Ersparnis bei der Stromrechnung.
Die Amortisation der PV Anlage
Die Zeit der Amortisation berechnet sich, indem die Investitionskosten der Anlage durch die Kostenersparnis im Jahr geteilt werden.
Rechenbeispiel:
Die im Beispiel angenommene PV Anlage kostet circa 10.500,- Euro. Dividiert man diese Kosten durch die Ersparnis eines Jahres ergibt das die Zeit der Amortisation. Die Anlage amortisiert sich in diesem Beispiel in 14 Jahren.
10.600 ÷ 773,80 = 13,6 Jahre